Krimi-Dinner: Einmal selbst Detektiv sein

Krimis haben Hochkonjunktur. Beim Tatort Dinner kann jeder Gast live mit raten, wer der Mörder ist, und dabei ein Vier-Gang-Menü genießen.

Immer mehr Fernsehzuschauer lieben es, sich einen spannenden Krimi anzusehen, die Ermittlungen zu verfolgen und mitzurätseln, wer der Verbrecher ist. Noch um einiges reizvoller wird das Ganze, wenn man hautnah dabei ist, beinahe selbst unter Verdacht gerät und mithelfen kann, den Mörder zur Strecke zu bringen. Die Walk-Act-Company macht das mit einer Tatort Dinner-Show „mit garantiertem Mordfall und exklusiven Menü“ möglich.
 
An verschiedenen Tatorten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erleben die Gäste einen kriminell unterhaltsamen Abend. Dabei sind sie Teil des Geschehens, die Schauspieler agieren mitten unter den Gästen und beziehen diese in die Geschichte mit ein. „Lord Moad lässt bitten“ heißt eines der Stücke, das gebucht werden kann, Gruppenreport hat sich dazu angemeldet.

Ein paar Tage später flattert ein Brief auf unseren Tisch „Hochgeschätzte Freunde, ich möchte Sie zu meinem Abschiedsdinner herzlich einladen…“, schreibt George Moad, Lord of Northumberland. Ein Windstoß fegt buntes Laub vor sich her, als wir die Gruppe festlich gekleideter Gäste erreichen, die vor dem Veranstaltungsort wartet.
 
Unruhig tritt man von einem auf den anderen Fuß und grinst voller Erwartung vor sich hin. Da öffnen dienstbare Geister das Haus und gewähren Einlass. Vor dem Rittersaal begrüßen Lord und Lady Moad jeden einzelnen Gast persönlich. Ein Erinnerungsfoto mit dem Gastgeberpaar und schon übernimmt es Butler Jonathan, uns an unseren Tisch zu geleiten.

Opulentes Blumengesteck, Kerzenleuchter, edle Gläser und Besteck, eine festliche Tafel – der Lord lässt sich bei seinem Abschiedsdinner nicht lumpen und zeigt, was er hat. Während sich die Plätze an den großen runden Tischen füllen, erweckt der blutrote „Gärtnerdrink“, der vor jedem Gast steht, die Aufmerksamkeit.
Eine Bloody Mary zum Selbermixen, die Anleitung dazu findet sich in der liebevoll gestalteten Speisekarte. Ob soft oder mit dem Schuss Wodka – der Drink lockert schon mal die Gesellschaft am Tisch, beim Herumreichen der verschiedenen Zutaten kommen die, die sich noch nicht kannten, rasch miteinander ins Gespräch.

Die Dame links von mir hat die Reise zum Tatort Dinner von ihrem Sportclub geschenkt bekommen, ihre Freundin wollte dann als eingefleischter Krimi-Fan ebenfalls mit, überredete ihren Mann und „so haben wir uns die Tour alle irgendwie gegenseitig geschenkt“.
Dann wird es plötzlich dunkel. „Hier spricht Edgar Wallace’ Schwager…“ tönt es.
Die Stimme aus dem Off erinnert uns wieder, weshalb wir eigentlich hier sind und das Tatort Dinner beginnt. Den Gastgeber Lord Moad hat man schnell ins Herz geschlossen, so nett ist er zu seinen Gästen, so aufmerksam. Noch vor der ersten Vorspeise erklärt er, warum es sich bedauerlicherweise um ein Abschiedsdinner handelt. Seine Gattin Lady Maud-Ruth Moad schluchzt in ein feines Taschentüchlein, doch bevor zuviel Trauer aufkommt, lässt der Lord seine Tochter einige bekannte Evergreens singen. Na, dann lassen wir es uns mal besonders gut schmecken, wenn es denn schon das letzte Dinner ist, das uns beim Lord serviert wird.
Wer sich nicht nur auf sein Essen konzentriert, sondern nebenbei noch die Akteure beobachtet, dem fällt schnell auf: so harmonisch wie zuvor gedacht, ist die Familie beileibe nicht. Lady Moad macht dem Butler Avancen, kaum, dass ihr Mann den Saal verlässt, Tochter Ruth scheint mit den Gedanken ganz woanders, der sie am Piano begleitende Albert Hall ist hypernervös. Und auch der nette Lord Moad hat seine Schattenseiten und schikaniert den Pianisten.

Auch die Suppe mag da die Stimmung nicht mehr zu beruhigen. Als es noch vor dem Hauptgang zum versprochenen Mord kommt, springt eine Dame am Nebentisch auf und schreit „Notarzt!“. Doch der kann auch nichts mehr retten und das Opfer wird – mit Hilfe von vier Gästen – abtransportiert.

Dem Appetit der Gäste hat der Mord allerdings keineswegs geschadet, im Gegenteil, beim Hauptgang wird an allen Tischen eifrig diskutiert. Immer wieder fragt jemand „Wer war es?“ – Motive gibt es jede Menge, die abenteuerlichsten Theorien werden aufgestellt, gegenseitig erklärt man, warum man den einen oder anderen zu seinem Lieblingsverdächtigen zählt. „Der? Ja, aber warum…?“, einfache Erklärungen genügen den Tischnachbarn nicht, da muss schon ausgiebig erläutert werden, was diesen Verdacht begründet.

Als einer der Herren am Tisch nach draußen will, um eine Zigarette zu rauchen, rät ihm seine Frau: „Nimm jemand mit, damit Du ein Alibi hast.“ Der Spieltrieb hat alle erfasst, man ist selbst mittendrin im Krimi.
 

Ein Fall für Inspector Findout, der vor dem Dessert seinen großen Auftritt hat. Mit Hilfe der Gäste gelingt es ihm, den Tathergang zu rekonstruieren, die möglichen Motive der Verdächtigen ans Licht zu bringen und die Alibis zu überprüfen. Doch selbst er ist vor dem Dessert noch so ratlos wie zuvor. Da heißt es alle noch mal ran, überlegt und dem Inspector geholfen.
„Unter der Serviette in den Brotkörben finden Sie Zettel und Stifte, schreiben Sie da Ihren Tipp auf“, bittet Findout die Gäste um Unterstützung. Mit Begeisterung schreibt jeder am Tisch seinen Favoriten, Motiv und Strafmaß auf das Blatt und wirft es dem Inspector in den Hut. Mal schauen, wer jetzt von uns Recht hat!

Der Tipp ist abgegeben, die Gemüter beruhigt, man löffelt das Dessert. Da wagt sich einer der Verdächtigen an unseren Tisch. „Könnten Sie ein gutes Wort für mich einlegen?“, fragt er die Dame vom Sportclub. Sein Pech, für sie ist er der Hauptverdächtige und so weist sie das Ansinnen weit von sich. Der Raucher dagegen, lässt mit sich handeln, „Was würde dabei für mich raus springen?“.

Doch soweit kommt es dank Inspector Findout nicht. Wie es sich für einen guten Krimi gehört, präsentiert der Detektiv die überraschende Lösung. Den Täter, an den nach der Auswertung der Tipps, die wenigsten dachten. Wer es war? – Tut mir leid, aber wir mussten schwören, niemals und nie zu verraten, wer wen, warum und wie umgebracht hat. Aber eines kann ich sagen: es war ein Mordsspaß.

Informationen:
Tatorte und Tatzeiten der Walk-Act-Company finden sich unter www.tatort-dinner.de. Darüber hinaus sind auch V.I.P.-Dinner an einem Veranstaltungsort, den der Kunde wünscht, möglich.

 

Bildquelle: Walk-Act-Company; M. Geiger