Neues Museum der bayerischen Könige

Dass das weltberühmte Münchner Oktoberfest auf eine königliche Hochzeit zurückzuführen ist, weiß ein Großteil der Gäste, die Jahr für Jahr auf die „Wiesn“ pilgern. Doch dass es auch die Wittelsbacher Herrscher waren, die bereits 1516 für das Reinheitsgebot des bayerischen Bieres sorgten, ist dann doch weniger bekannt. Solche interessanten Details erfahren Besucher im Museum der bayerischen Könige, das im September 2011 seine Türen geöffnet hat. Direkt am Alpsee, unterhalb der Schösser Neuschwanstein und Hohenschwangau gelegen, erzählt es die Geschichte der Wittelsbacher und gibt faszinierende Einblicke in das Leben der bayerischen Könige.
Die Idee zu der Dauerausstellung kam von den heute sehr zurückgezogen lebenden Nachfahren der ehemaligen Herrscher selbst. Sie wollten die Vielfältigkeit ihrer Dynastie, die zu den ältesten deutschen Adelsgeschlechtern zählt, deutlich machen und einige ihrer Vertreter – neben dem allseits bekannten „Märchenkönig“ Ludwig II. – in den Mittelpunkt stellen. Das Museum befindet sich im denkmalgeschützten ehemaligen Hotel Alpenrose, in dem einst die Gäste der königlichen Familie übernachteten.
Auf 1.200 qm präsentiert die Ausstellung in einem spannenden Mix aus Originalexponaten und modernster Museumstechnik die Familienchronik. Dabei bekommen die Besucher auch eine erstaunliche Perspektive auf den Alltag der Könige – sie sehen beispielsweise die Spielfiguren, mit denen sich die Kinder und Heranwachsenden vergnügten, oder einen prächtigen Tafelaufsatz, der in 40 Einzelteilen die Nibelungensage nacherzählt. Ein „begehbaren Stammbaum“ widmet sich der Lebensgeschichte jedes einzelnen Wittelsbachers und auch die historischen Zusammenhänge der – immer wieder von den Fenstern des Museums aus zu sehenden – Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau werden erläutert.
Gruppen können das Museum der bayerischen Könige mit einem kostenlosen Audioguide oder mit einer Führung besuchen, Kombi-Tickets mit den Schlössern Hohenschwangau und Neuschwanstein sind ebenfalls möglich.

Foto: Marcus Ebener