Silberregion Karwendel: Dem Edelmetall auf der Spur

Zwölf Orte rund um die Stadt Schwaz in Tirol gehören zur Silberregion Karwendel und verbinden Natur und Kultur in idealer Weise. Im Mittelalter war Schwaz nach Wien die zweitgrößte Stadt des Habsburger Reiches. Der Grund für ihre Bedeutung lag im Abbau von Silber, von dem in der Stadt um 1500 rund 85 Prozent der damaligen Produktion gefördert wurden. 

Einer Sage nach soll eine Magd beim Viehhüten bemerkt haben, wie ein Stier einen silbernen Stein mit seinen Hörnern aus der Erde grub. Wie auch immer der Anfang ausgesehen haben mag, zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde aus dem kleinen Dorf Schwaz im Inntal die größte Bergbau-Metropole Europas. Über 11.000 Knappen schürften in der Blütezeit im Schwazer Silberbergwerk das Edelmetall sowie das zur Herstellung von Bronze so wichtige Kupfer.

Kein Wunder also, dass das wertvolle Produkt auch heute noch in der Region eine wichtige Rolle spielt. Das Schwazer Silberbergwerk, auch „Mutter aller Bergwerke“ genannt, kann heute von Gruppen besichtigt werden. Mit der Grubenbahn, dem Hunt, geht es zunächst 800 Meter in die Tiefe, die Besucher folgen den Spuren der Bergleute und gehen auf eine Zeitreise in eine Epoche, in der die Erde für die Menschen noch eine Scheibe war.
Zwei verschiedene Führungen stehen dabei zur Auswahl. In der klassischen Variante begleiten die Gäste das raue Leben der Schwazer Bergknappen etwa eineinhalb Stunden lang und erhalten einen Einblick in die bedeutende Rolle der Stadt im Mittelalter. Beim Schwazer Knappenspiel bekommen die Besucher die Geschichte theatralisch präsentiert. In Form eines Historienspiels verwandeln drei Schauspieler des Volkstheaters den Stollen in eine Bühne und zeigen in immer wieder wechselnden Rollen die markantesten Szenen der Tiroler Geschichte. Im Anschluss an die Führungen können die Gäste im Silbershop stöbern und auch versuchen, einen Silbertaler am Münzstock selbst zu prägen.

Wieder übertage angelangt, lädt der Schwazer Silberwald, ein geheimnisumrankter Pflanzgarten zu einem Spaziergang an der frischen Luft ein. Viele weitere Attraktionen in nächster Umgebung zu Schwaz stehen für ein abwechslungsreiches Ausflugs- und Besichtigungsprogramm zur Wahl. Eine leichte Wanderung beispielsweise führt zum romantisch dahinplätschernden Wildbach und Wasserfall von Buch. Auch der „Bibelweg“, auf dem man Skulpturen und die mit 53 Metern höchste Fichte Tirols sieht, oder der „Zehn-Kapellen-Weg“ sind für Erholungssuchende geeignet.

Auch Gruppen, die etwas mehr Action suchen, werden in der Silberregion fündig. Geübten Wanderern ist die Wolfsklamm in Stans zu empfehlen. Das grandiose Naturschauspiel des ungezähmten Stallenbaches, der über die Jahrtausende eine tiefe Schlucht in die Felsen gegraben hat, ist seit mehr als 100 Jahren für Besucher geöffnet. Die Klamm zählt zu den eindrucksvollsten Naturdenkmälern in den Alpen. Wer den teilweise feuchten Weg über hölzerne Stege und Brücken über den tosenden Wildbach gegangen ist, weiß warum.

Ruhe und Einkehr dagegen sind in Fiecht angesagt, einer Klosteranlage aus dem 18. Jahrhundert. Und auch die Schlösser Tratzberg und Freundsberg sowie die Ruine Rottenburg sind kulturelle Sehenswürdigkeiten, die man nicht versäumen sollte. Zwei historische Bahnen – die Zillertalbahn und die Achenseebahn – starten in Jenbach und ermöglichen den Gästen, zwei ebenfalls schöne Regionen Tirols romantisch mit Schmalspur- und Dampf-Zahnradbahn zu erleben.

Gruppenreisen in die Silberregion